Fundus Background

über unseren und euren Fundus

Informiere dich warum der Fundus wichtig ist.

Was ist der Fundus?

Der Fundus ist ein Projekt, das 2021 auf Initiative der BKJ ins Leben gerufen wurde und bald vom „Ehemaligenverein der Freiwilligendienste Kultur und Bildung (AT)” umgesetzt werden wird. Der Fundus ist eine Plattform, auf der sich Angebote von ehemaligen Freiwilligen* tummeln. Die meisten Angebote werden pro bono eingebracht und können dann außerhalb des Fundus von Institutionen und Personen bei den Anbietenden erworben werden. Grundgedanke bei den Anbietenden ist, das Entgelt dann dem Freiwilligenverein zweckgebunden zu spenden. Gespendete Beträge werden unbürokratisch, transparent und machtkritisch denjenigen zur Verfügung gestellt, die sich ein Jahr engagieren möchten, denen aber eigentlich das Geld dafür fehlt.

Denn immer noch, trotz vieler Bemühungen ist freiwilliges Engagement exklusiv und den Menschen vorbehalten, die es sich finanziell leisten können. Mit dem Fundus wollen wir finanzielle Hürden abbauen, einer von vielen Ausschlussgründen.

Wozu brauchen wir den Fundus?

Als Ehemaligenverein versuchen wir mit dem Fundus Raum für Engagement zu öffnen, indem wir die finanziellen Barrieren zumindest schmälern. Staatliche Leistungen sind für Freiwillige* oft nicht passfähig, sind entmündigend oder entblößend. Genau das wollen wir mit dem Fundus nicht wiederholen, sondern einen unbürokratischen, transparenten, finanziellen Support anbieten.


Um das Problem zu verdeutlichen, haben wir ein exemplarisches Rechenbeispiel durchgespielt.

Nach der Aufschlüsselung entsteht ein monatliches Defizit von 103 Euro.

Dabei sei angemerkt: Mit den exemplarischen Ausgaben im Rechenmodell liegen wir unter dem Regelbedarf der Grundsicherung und auch unter der Armutsgrenze. Urlaubsgeld, eine Fahrt zu Freund*innen oder der Familie, außerordentliche Kosten wie die Radreparatur, die Stromnachzahlung, ein Lieblingsblümchen für Oma, haben wir dabei nicht berücksichtigt.

+350€
Taschengeld erhält eine freiwillige Person durchschnittlich pro Monat (zusätzlich dazu ist diese Person über die Einsatzstelle krankenversichert (ca. 70€)
+225€
beträgt der Mittelwert beim Kindergeld (bei eigener Haushaltsführung geben Eltern das Kindergeld oft an die Freiwilligen* weiter). Weiterhin besteht die Möglichkeit einen Antrag auf Wohngeld zu stellen. Die Entscheidung liegt dabei aber bei der Kommune und ist abhängig von der Wohnform, Wohnungsgröße, Gesamteinkommen der Freiwilligen*)
-366€
beträgt der durchschnittliche Gesamtpreis für ein WG-Zimmer in Deutschland (die Preisspanne liegt dabei zwischen 644 und 299 Euro)
-155€
wird gesagt, sei ein Mindestsatz für Verpflegung und Hausrat (entspricht 5€ pro Tag)
-40€
kostet ein durchschnittliches Monatsticket
-20€
für Handynutzung
-37€
für Bekleidung und Bedarfsgüter
-30€
für Freizeit, Unterhaltung, Kultur
-30€
für Bildung und Gesundheit
-103€

monatliches Defizit

Selbst wenn Du, liebe lesende Person, jetzt einige Positionen als weniger relevant bewertest. Glasklar wird: Ein freiwilliges Jahr kann sich nur leisten, wer zusätzlich finanzielle Unterstützung hat. Und diese kommt, in der aktuellen Realität, oft von der Familie.

Noch mehr Hürden

Incoming

Wer ein Visum für ein Freiwilligenjahr haben möchte, wird mitunter aufgefordert 861 € pro Monat als Lebenshaltungskosten auf einem sogenannten "Sperrkonto" vorzuweisen. Zu diesem Sperrbetrag, den Kosten im Rechenbeispiel kommen dann auch noch u.a. Fluggebühren, Visabeschaffungskosten und Reisekosten hinzu.

Staatliche Unterstützung

Lebt ein*e Freiwillige*r mit einem oder beiden Elternteilen in einer Bedarfsgemeinschaft, die ALG 2-Leistungen bezieht, dann kann die*der Freiwillige* nur 250 Euro des Taschengeldes für den so genannten Mehraufwand eines Freiwilligendienstes für sich behalten.

Wer in einer Bedarfsgemeinschaft lebt und für einen Freiwilligendienst von zu Hause auszieht, hat es schwerer staatliche Leistungen in Anspruch zu nehmen. Denn unter-25-Jährige können nur dann von zu Hause ausziehen und anschließend ALG II beziehen, wenn sie dann selbst genug Geld zum Leben haben oder „ein wichtiger Grund“ für den Auszug vorliegt. Ob ein Freiwilligendienst ein "wichtiger Grund" ist, führt immer wieder zu Streitigkeiten und liegt häufig in der Entscheidung einzelner Verwaltungspersonen.